Shinto-Zeremonie zum Baustart des neuen Kanzleigebäudes
Pressemitteilung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (14.01.2004)
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung errichtet Botschaft in Tokio
In Tokio entsteht ein neues Botschaftsgebäude der Bundesrepublik Deutschland nach Plänen des beim Wettbewerb siegreichen Architekturbüros Mahler Günster Fuchs aus Stuttgart. Der Kubus aus Glas und Stahl mit einer Grundfläche von 720 qm wird für 19 Millionen Euro in den nächsten 13 Monaten auf dem 14.500 qm großen Grundstück neben der bestehenden Botschaftsresidenz errichtet. Am 21. Januar 2004 wird der Baubeginn um 15 Uhr Ortszeit mit einer traditionellen japanischen Shinto-Zeremonie gefeiert, bei der die Baustelle von Priestern gesegnet wird. Anwesend sein werden neben dem Deutschen Botschafter Henrik Schmiegelow Vertreter des Auswärtigen Amtes, des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, außerdem die Architekten und die beteiligten Bauunternehmen.
Auf einem ca. 14.500 qm großen Grundstück im Stadtteil Minato-ku der Stadt Tokio wird von Januar 2004 bis Februar 2005 das Kanzleigebäude der deutschen Botschaft mit ca. 1.660 qm Hauptnutzfläche und 65 Büroräumen neu errichtet. Das für Tokioter Verhältnisse großzügige Grundstück befindet sich in einem Wohn- und Geschäftsviertel gegenüber des beliebten Arisugawa-Parks. In unmittelbarer Nachbarschaft steht die Botschaft Frankreichs. Der Entwurf der Stuttgarter Architekten Mahler Günster Fuchs erfüllt alle funktionalen und repräsentativen Ansprüche der Bundesrepublik Deutschland an seine Auslandsvertretung in Japan, eine der größten und wichtigsten Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland. Ihr kommt angesichts der Bedeutung Japans in der Welt eine besondere Rolle im wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Austausch der beiden Staaten zu.
Die angestrebte Offenheit des Kanzleigebäudes findet ihre Fortsetzung in der Grundrissorganisation im Inneren. Auch die repräsentativen Belange sind auf einfache wie wirkungsvolle Weise erfüllt. Das rund 200 qm große, überdachte Atrium spendet Tageslicht bis in die Eingangsebene und bildet das kommunikative Zentrum der Botschaft. Als Kunst am Bau werden die Wandmosaiken der alten Kanzlei im Atrium installiert. Die Visastelle wird über einen separaten Zugang neben dem Haupteingang erreicht. Der bestehende und schützenswerte, parkartige japanische Garten stellt eine besondere Qualität auf dem bundeseigenen Grundstück dar und wird erhalten bleiben.
Die umlaufende Vertiefung der Gartenterrasse belichtet und belüftet auch die nachrangigen Räume auf natürliche Weise. Das Gestaltungs- und Farbkonzept orientiert sich an den verwendeten Materialien und wird geprägt durch weiße Putzflächen, grauen Muschelkalk, Sichtbeton, Glas sowie Stahlgeländer- und Brüstungen. Die Ehrlichkeit dem Material gegenüber verbunden mit der überall spürbaren Einbeziehung des umgebenden Botschaftsgartens ist wesentlicher Bestandteil des Entwurfskonzeptes. Die Leichtigkeit und Offenheit des Inneren findet ihre Entsprechung in einer gut proportionierten Fassade. Sie ist großflächig verglast. Ein schlichtes, transparentes und schönes Haus, das in seiner Haltung und Gestik, in seiner Offenheit und Weite, einer Botschaft Deutschlands sehr gut entsprechen wird.